Leserbrief von Michael Kah im Mannheimer Morgen vom 10. September 2010: Bedingt durch die andauernde Diskussion bezüglich des geplanten Regionalflughafens im Mannheimer Norden ist es für mich als „Scharhöfer“ an der Zeit, den Mund aufzumachen. Ich gebe zu, dass ich kein echter Mannheimer bin und auch erst seit 2002 in Mann- heim wohne. Aber ich konnte Erfahrungen sammeln mit dem Truppen- abzug der Kanadier und der damit verbundenen Problematik des Regionalflughafens Rheinmünster Söllingen. Sinkende Grundstückspreise, erhöhtes Verkehrsaufkommen und Lärmbelästigung durch Starts und Landungen im Minutentakt sind nur ein kleiner Bereich dessen, was hier auf den Bürger zugekommen ist. Damals hat man den Bürgern auch viele Versprechungen gemacht und nicht gehalten.
Vom Sofa in den Flieger
Brauchen wir so etwas, nur weil einzelne Personen gerne vom Sofa aus in den Flieger einsteigen würden? Verkehrstechnisch gesehen liegt Mannheim sehr günstig, und ein weiterer Ausbau würde die jetzt schon so schlechte finanzielle Lage Mannheims weiter verschlechtern und wahrscheinlich letztendlich dazu führen, dass der Bürger wieder einmal indirekt dafür aufkommen muss.
Manche Menschen in Neuostheim wissen scheinbar gar nicht, was ein richtiger Flugbetrieb ist, ansonsten würden vereinzelte Äußerungen bestimmt anders aus- fallen. Ein Tag in unmittelbarer Umgebung eines „richtigen“ Regionalflughafens, wo richtig große Maschinen landen und starten, wäre bestimmt hilfreich, um den Unmut der ansässigen Bürger zu verstehen.
Dieses egoistische Verhalten gegenüber anderen ist einfach nicht haltbar. Wo sollen denn die Gelder für Umzüge und verbesserten Lärmschutz herkommen, und was soll aus den Bauern und Gewerbetreiben- den werden, deren Grundstücke im Sandtorfer Bruch liegen? Zwangsenteignungen und schlimmstenfalls die Vernichtung von Existenzen können nicht im Interesse der ansässigen Politiker und Mitbürger aus Neuostheim sein. Desweiteren han- delt es sich beim Sandtorfer Bruch um ein Landschaftsschutzgebiet! Eines sei den Befürwortern gesagt: Kampflos werden wir unsere Ruhe und Heimat nicht aufgeben!